Warum es so wichtig ist, dass du Eigenverantwortung übernimmst!

Mama sein und Eigenverantwortung übernehmen – das klingt nach einer simplen Entscheidung, die es zwischen Wäschewaschen und Kaffeepause zu treffen gilt, aber so leicht ist es dann eben doch nicht. Gerade wir Frauen (und Mütter) haben damit immer noch ein großes Problem. Mir ist das im Laufe der letzten Monate mehr und mehr bewusst geworden, sodass ich mich entschlossen habe, diesen Artikel für SchreibLeben zu schreiben.

Verantwortung trifft auf Eigenverantwortung

Du bist Mutter. Damit trägst du bereits einen großen Teil an Verantwortung, nämlich die für das Wohlergehen deiner Kinder. Es gibt da aber noch diese Kleinigkeit, neben der Mutterschaft auch noch die Verantwortung für sich selbst zu tragen, eben die Eigenverantwortung.

Warum es immer noch so vielen Frauen schwerfällt, Eigenverantwortung zu übernehmen

Viele von uns sind so erzogen worden, dass sich für uns nie wirklich die Frage stellte, inwiefern wir tatsächlich Eigenverantwortung übernehmen müssen. Wenn Gedanken daran aufkamen, hatten diese eher etwas Spielerisches.

Da es nun mal wir Frauen sind, die die Kinder bekommen, lag der Gedanke für die Elterngeneration nahe, uns Töchtern zwar aufzuzeigen was wir Dank Emanzipation heutzutage alles machen können, aber wie wir darin bestärkt werden, Selbstbestimmtheit auch wirklich zu leben, das blieb in vielen Fällen im Dunkeln verborgen.

Als ich meine Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau um die Jahrtausendwende herum machte, gab es zwei Fronten: Einmal diejenigen Kollegen, die mich zurück an den Herd schicken wollten und diejenigen, die mir quasi vorhielten, dass ich nun selbst auf dem Bau klarzukommen hatte – immerhin war diese Ausbildung meine freie Wahl gewesen – und mir jegliche Hilfe, aber auch Methodik versagten.

Sicherheitsdenken und Bequemlichkeit verhindern Eigenverantwortung

Zwei der eher unschönen Resultate unserer Erziehung sind die anerzogene Unsicherheit im Hinblick auf die eigenen Fähigkeiten und das daraus resultierende geringe Selbstvertrauen. Wie oft hast du schon einen Rückzieher gemacht, obwohl du die Sache gerne machen wolltest? Wie oft hast du schon gedacht, dass du dies oder das nicht kannst, weil du ja „nur“ eine Frau bist? Das Risiko, dich zu blamieren, gehst du lieber nicht ein und bleibst deshalb auf der sicheren Seite. Auch das Risiko, einen Rückschlag zu erleiden, hält dich von der Übernahme der Eigenverantwortung ab. Hier drüben ist es sicherer.

Dann gibt es da noch die Frauen, die geradezu mit der Rolle der Hilflosen kokettieren, um bloß keine Eigenverantwortung übernehmen zu müssen. Nicht, weil sie es nicht könnten – in meinen Augen kann das jede Frau – sondern weil es bequemer ist, es nicht zu tun. Es ist leichter, und letztendlich kommen sie auch auf diese Art durchs Leben. Ob sie dabei glücklich sind und ihr volles Potential ausschöpfen, sei dahingestellt.

Angst blockiert den Willen, Eigenverantwortung zu übernehmen

Wenn du nicht weißt, wie etwas funktioniert, wie etwas geht, hast du automatisch Angst davor. Du bist gehemmt, dich an die Sache heranzuwagen. Manchmal ist diese Angst kleiner, manchmal ist sie größer je nach dem, wie viel Gewicht das Problem hat, das dir Angst bereitet.

Eigenverantwortung ist wohl das schwerste Gewicht, das du in deinem Leben zu tragen haben wirst – und deshalb macht es dir enorm viel Angst. Diese Angst kann so groß sein, dass du die Übernahme von Eigenverantwortung rundheraus ablehnst.

Den wenigsten von uns ist erklärt worden, wie das mit der Eigenverantwortung geht. Mich selbst eingeschlossen. Unsere Eltern haben uns wohlmeinend nach ihren Wertvorstellungen erzogen.

Als Mutter wirst du sicherlich schon das eine oder andere Mal reflektiert haben, wie das eigentlich damals bei dir so war. Du überlegst jeden Tag, welche Werte du deinem Kind vermittelst.

Mit der Erkenntnis, wie und nach welchen Maßstäben wir erzogen worden sind, können wir unsere anerzogenen Stärken und Defizite näher beleuchten und benennen.

Die Fähigkeit, Eigenverantwortung zu übernehmen ist eine Frage der Erziehung und des Lernens

Das, was uns mitgegeben wurde auf die Reise in unser Erwachsenenleben – und nun auch in unser Leben als Mutter – ist das Ergebnis unserer Erziehung. Darüber hinaus sind wir jedoch in der Lage, lebenslang zu lernen. Frauen, die nicht wissen, wie sie Eigenverantwortung übernehmen sollen, können dies erlernen.

Selbstverständlich ist das Erlernen von Eigenverantwortung keine Sache, die du mal eben so zwischen Wäschewaschen und Kaffeepause machst. Wohl eher fällt die Übernahme von Eigenverantwortung unter die Kategorie „Lebenslanges Lernen“ und kann durch die Mutterschaft sogar noch erschwert werden.

Was beinhaltet Eigenverantwortung?

In meinen Augen stellt sich Eigenverantwortung über diese Eckpfeiler dar:

1. Selbstfürsorge

  • Du bist informiert und deshalb in der Lage, das Für und Wider eines Sachverhalts abzuwägen, um davon ausgehend eine Entscheidung zu deinem Wohl zu treffen.

2. Selbstachtung

  • Du besitzt mentale Stärke und bleibst dir selbst treu, auch wenn du Wind von vorn bekommst.

3. Selbstwert

  • Du bringst dir selbst Wertschätzung entgegen und lernst, stolz auf dich und deine Leistung zu sein.

4. Selbstbestimmtheit

  • Du strebst ein freies und selbstbestimmtes Leben an, zu dem finanzielle Unabhängigkeit gehört.

Ist Mutterschaft der Klotz am Bein für die Eigenverantwortung?

Die Krux ist: Eigenverantwortung betrifft im Grunde genommen nur dich. „Dich“ gibt es aber nicht mehr im Singular. Du hast Nachwuchs, für den du die Verantwortung trägst. So kann es zum Beispiel bei traditioneller Rollenverteilung in deiner Familie für dich ganz schön schwer sein, finanziell unabhängig zu werden, wenn ein Großteil deiner Zeit für die Kinderbetreuung vorgesehen ist.

Kindererziehungszeiten werden irgendwann vorüber sein. Du kannst bereits jetzt die Eigenverantwortung übernehmen, zu entscheiden, wie du z. B. zu finanzieller Unabhängigkeit gelangst und beginnen, darauf hinzuarbeiten.

Eigenverantwortung zu übernehmen fängt mit Kleinigkeiten an

Es bedeutet nicht, dass du dein ganzes, bisheriges Lebenskonzept über den Haufen wirfst und dich vollkommen neu definierst. Es bedeutet eine Feinjustierung vorzunehmen, was dir persönlich wichtig ist (indem du dir eine Prioritätenliste aufstellst) um danach zu handeln, jedoch unter Rücksichtnahme auf deine persönlichen Umstände.

Wenn es zum Beispiel dein Wunsch ist, deine finanzielle Unabhängigkeit über das Schreiben zu erreichen, kannst du bereits heute schon damit beginnen, dafür die Verantwortung zu übernehmen, indem du aus „Ich würde gern …“ „Ich beginne mit …“ machst. Aus dem bisher Nebulösem wird eine klare Entscheidung, für die du die Verantwortung übernimmst. Das Aufschieben auf „später, wenn die Kinder aus dem Gröbsten raus sind“ wandelst du in das Hier und Jetzt um und stellst dich dem Problem, deinen Wunsch zu schreiben mit deiner Familie zu vereinbaren.

Allein diese kleine Änderung sorgt schon dafür, dass du eine andere Sicht auf dich selbst bekommst. Durch das Aktiv werden und die Entscheidung, Eigenverantwortung für dich zu übernehmen, öffnest du Türen und beschreitest einen neuen Weg in deinem Leben.

Quelle Beitragsbild: Pixabay

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