Buchveröffentlichung unter einem Künstlernamen – ja oder nein?

Für einige von uns kommt der Tag, an dem wir uns überlegen werden, unter welchem Namen wir unsere Werke veröffentlichen. Soll es der eigene Name sein? Oder greift man doch lieber auf einen Künstlernamen zurück? Und was ist im Falle dessen zu beachten?

Dieser Artikel auf dem SchreibLeben Blog gibt dir Informationen zum Thema „Künstlername / Pseudonym“.

Für den Fall, dass du vor eben dieser Entscheidung stehst: Künstlername – ja oder nein?

Der Sinn und Zweck des Künstlernamens

Wofür brauchst du einen Künstlernamen?

Einer Veröffentlichung unter Realnamen steht nichts im Weg, es sei denn, du möchtest aufgrund des Genres in dem du schreibst, nicht erkannt werden, oder du hast andere persönliche Gründe, einen Künstlernamen zu wählen.

Für mich persönlich war es die damals noch unklare berufliche Situation, die mich einen Künstlernamen hat wählen lassen. Aber nicht nur das: Mit der Entscheidung für einen Künstlernamen hatte ich auch sofort das Gefühl, mir einen wichtigen Grundstein für das schriftstellerische Schaffen zu legen. Der Künstlername gibt dir ein gutes Stück weit das Gefühl, dass du es mit dir und dem Schreiben ernst meinst, dass du bereit bist, die Verantwortung für deine Kunst zu übernehmen. Das kann ein enorm positiver Antrieb für die Ausübung der schriftstellerischen Tätigkeit sein. Für mich ist der Künstlername vergleichbar mit einem Fundament, auf welches ein Turm aus Kunstwerken (Büchern) aufgemauert wird.

Künstlername = Markenname?

Das oben beschriebene Gefühl verstärkt sich noch, wenn man sich bewusst wird, dass man als Autorin stets auch seine eigene Marke ist. Nicht ohne Grund kannst du bei der Wahl eines Künstlernamens recht schnell das Gefühl bekommen, ein kleines Unternehmen zu gründen. Für Selfpublisher ist dieses Gefühl noch stärker ausgeprägt als für Verlagsautoren. Das liegt daran, dass sie mit ihrem Namen im Grunde genommen für alles einstehen. Hier geht es nicht nur um das Schreiben, sondern auch ganz stark um die Selbstvermarktung. Insofern dient ein Künstlername eben auch dem Wiedererkennungswert der eigenen Marke und ist der persönliche Stempel für den stetigen Aufbau derselben.

Wie setzt du den Künstlernamen ein?

Mit der erfolgten Eintragung in den Personalausweis hast du mehrere Möglichkeiten, deinen Künstlernamen zu verwenden. Selbstredend ist wohl, dass du ihn für die Urheberschaft deiner schriftstellerischen Werke verwenden kannst. Darüber hinaus kannst du ihn für die Impressumsangabe deiner Website oder deines Blogs nutzen, sowie in den Social Media Kanälen verwenden. Du kannst mit dem Künstlernamen sogar Verträge unterzeichnen und Konten eröffnen.

Charakteristika des Künstlernamens

Was macht einen guten Künstlernamen aus?

Wenn du dich entschieden hast, einen Künstlernamen für deine Tätigkeit zu verwenden, gibt es Einiges bei der Wahl desselben zu beachten. An vorderer Stelle steht mein Hinweis an dich, dir einen griffigen Künstlernamen zu suchen, der nicht zu kurz aber auch nicht zu lang ist, und der vor allem melodisch klingt. Stelle dir einen Kunden in einer Buchhandlung vor, der dein Buch bestellen möchte, und dafür den Titel und deinen Künstlernamen nennt. Wie einfach wird es für ihn sein, den Namen auszusprechen? Am besten probierst du deinen Künstlernamen ein paar Mal selbst laut aus. Geht er gefällig über die Lippen?

Ein weiterer Punkt ist die Berücksichtigung des Gedankens, den Künstlernamen mehrsprachig verwenden zu können (zu wollen). Wähle einen Namen, der auch von einem englischsprachigen Publikum gelesen und ausgesprochen werden kann.

Schwierigkeiten beim Finden des passenden Künstlernamens für sich? Hier ein paar Tipps:

– Nimm deinen eigenen Namen und tüftle ein Anagramm daraus aus. Ein Anagramm ist die Bildung eines neuen Wortes mit den Buchstaben oder Silben des Ausgangswortes. Wahrscheinlich wirst du eine Menge zu lachen haben, aber vielleicht bilden sich auch sehr melodische Silben, die du in einen Künstlernamen bringen kannst.

– Das Stöbern im Familienstammbaum hat mich auf meinen Künstlernamen gebracht. Vielleicht hast auch du einen Stammbaum vorliegen, dessen Eintragungen zu einem Künstlernamen inspirieren?

– Jede von uns hat literarische Vorbilder. Wir möchten ebenso gut schreiben können wir Schriftstellerin X, oder sind jedes Mal vollkommen hin und weg, wenn Schriftstellerin Y wieder ein neues Werk veröffentlicht hat. Ein literarisches Vorbild kann durchaus einen Anreiz für einen Künstlernamen bieten. Aber Achtung: Keinesfalls sollte der Name einfach nur kopiert werden, das kann üble Folgen haben.

Was du unbedingt prüfen solltest, bevor du mit dem Künstlernamen ernst machst!

So sehr dir der gefundene Künstlername auch gefallen mag, bitte prüfe, ob es ihn nicht bereits schon gibt. Neben der Suchmaschine im Web durchsuchst du am besten auch die Social Media Kanäle nach dem Namen. Die Sicherstellung des Alleinstellungsmerkmals – den Künstlernamen in gewisser Weise als Marke etablieren – ist vorrangig wichtig, aber auch das Vermeiden von Abmahnungen durch andere Künstler, die den selben Namen haben. Gerade wenn du einen Künstler aus dem selben Sprachraum findest, in dem auch du dich bewegst, würde ich den Künstlernamen besser noch einmal überdenken.

Die Eintragung des Künstlernamens

Wo lässt du den Künstlernamen eintragen?

Die Grundlage für die Eintragung des Künstlernamens in den Personalausweis ist das Personalausweisgesetz. Du lässt den Künstlernamen bei der zuständigen Meldebehörde in den Perso eintragen. In den erfassten Daten des Personalausweises steht der Künstlername an 12. Stelle.

Was ist die Voraussetzung für die Eintragung und wie geht das?

Das Procedere ist bundesweit einheitlich: Du musst nachweisen, das du künstlerisch tätig bist und die Absicht hast, den Künstlernamen öffentlich zu etablieren, respektive zu nutzen. Den Nachweis deiner schriftstellerischen, künstlerischen Tätigkeit erbringst du zum Beispiel, in dem du der eintragenden Behörde dein(e) Werk(e) vorlegst. In meinem Fall hatte ich ein Manuskript für die Veröffentlichung fertig und das Nächste schon angefangen zu schreiben. Unter den Nachweis des Werkes fallen auch Blogartikel, die du unter dem Künstlernamen bereits veröffentlicht hast.

Der Wille, den Künstlernamen auch tatsächlich zu nutzen, muss klar erkennbar sein. Hier schließt sich der Kreis mit der vorhergehenden Recherche in Bezug auf die Verfügbarkeit des Künstlernamens im Social Media und im Web. Zum Zeitpunkt der Eintragung meines Künstlernamens (2013) hatte ich mir die Domain auf den Namen bereits gesichert und auch die ersten zwei Social Media Kanäle auf den Künstlernamen belegt.

Die Absicht, den Künstlernamen zu etablieren, kann zum Beispiel auch dahingehend deutlich gemacht werden, indem du unter dem Künstlernamen Mitglied in einem Schriftstellerforum wirst oder einer Schriftstellervereinigung unter deinem gewählten Künstlernamen angehörst.

Was kostet die Eintragung des Künstlernamens in den Perso?

Die Eintragung selbst ist kostenlos, es können aber Zusatzkosten durch die Erstellung eines neues Personalausweises entstehen.

Quelle Beitragsbild: Pixabay

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